Wie Giorgio Madia am Staatstheater Cottbus den Ballettabend „Chopin imaginaire“ inszeniert
Cottbus
Beim Ballettabend „Chopin imaginaire“ am Cottbuser Staatstheater haben der italienische Gastchoreograf Giorgio Madia und die deutsche Bühnenbildnerin Cordelia Matthes aus der Not zur Beschränkung eine Tugend gemacht.
Szene aus „Chopin imaginaire” mit Jennifer Hebekerl, Julia Grunwald, Sandrine Berset und Weinina Weilijiang (v. l.). Foto: Marlies Kross Foto: Marlies Kross
Es ist in der Theaterlandschaft Deutschlands eher die Ausnahme, dass mit einer Besetzung von acht Tänzern – je vier Frauen und vier Männer – eine abendfüllende Produktion auf einer derart prägnanten Bühne wie jener vom Großen Haus des Staatstheaters zu bewältigen ist. Dieser Herausforderung hat sich Giorgio Madia gemeinsam mit Cordelia Matthes offensichtlich guten Gewissens stellen können; bei so viel Fantasie, Fabulierlust, wirkungsvoll inszeniertem Tanz ist Scheitern schlichtweg unmöglich. Es werden Qualitäten deutlich auch nicht an Menge und Perfektion gemessen.
Der international erfahrene Tänzer und Choreograf zwängt seine Darsteller keinesfalls in ein Korsett – er gibt ihnen Freiheiten, etwas zu wagen, verführt sie zu spielerischen Grenzüberschreitungen, forciert ihr Leistungsvermögen ohne angstvolle Überforderung.