07. Oktober 2009, 00:00 Uhr

Mini-Komödien von Anton Tschechow in der Cottbuser Kammerbühne

Anniki Nugis inszenierte für „Spielwut“-Folge in der Kammerbühne Mini-Komödien von Anton Tschechow

Cottbus Über Anton Tschechow muss man keine langen Vorträge mehr halten. Wir haben ihn längst beim Lesen, von Theateraufführungen und Filmen her verinnerlicht. Und assoziieren seine diversen Gestalten und existenziellen Situationen immer dann, wenn das Leben Purzelbäume schlägt. Tschechow hat ganz gewiss keine verkitschten Abziehbilder der großen russischen Seele im Kleinen geliefert, sich auch nicht versteckt hinter seelenlosen Typisierungen; er erzählt in seiner besonderen Art vom allzu Menschlichen, schärft das Auge, wärmt das Herz. Und das natürlich auch in seinen kleineren dramatischen Werken, von denen jetzt die Spielwut-Folge in der Kammerbühne vom Staatstheater Cottbus gleich drei zu einem Abend bündelt.

Turbulenter „Heiratsantrag“ mit Kathrin Victoria Panzer und Amadeus Gollner. Foto: M. Kross Foto: M. Kross
Das Ganze startet mit einem in der Gegenwart angesiedelten Erweckungsprolog, der aber weit weniger in Erinnerung geblieben ist, als die Stücke selbst. Doch immerhin sorgt das überbrückende Mini-Geschehen mit Vorhang-Verwicklungen und dergleichen mehr für kurzweilige Übergänge, gerät die Auswahl damit in einen passenden Rahmen. Zudem erklärt sich auf diese Weise auch das längst verschlissene, sich auflösende Bühnenbild von Hans-Holger Schmidt. Einmal mehr ist auch hier die Zeit aus den Fugen geraten, aber die Menschen haben sich – das äußere Erscheinungsbild trügt weitgehend – nur wenig geändert.
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Erstellt am: 07. Oktober 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Oktober 2009, 10:04 Uhr
Autor: Von Gabriele Gorgas

Von Gabriele Gorgas