05. Oktober 2009, 00:00 Uhr

Grabung nach Deutschland mit Grabbe

6. GlückAufFest an der Neuen Bühne Senftenberg

Senftenberg Christian Dietrich Grabbe hat es nicht leicht gehabt mit Deutschland, und er hat es dem Theater mit seinen Stücken nicht leicht gemacht. Nun unternahm die Neue Bühne Senftenberg den staunenswert ehrgeizigen Versuch, sich mit dem 1801 im Detmolder Zuchthaus (in der Dienstwohnung seines Vaters, einem Zuchthausaufseher) geborenen Dramatiker, der mit seinen Geschichtsdramen als Vorläufer eines realistischen Theaters gilt, zum 6. GlückAufFest hinein in deutsche Geschichte zu graben, - und dabei zugleich auch deutsche Gegenwart zu meinen.

„Grabbes Grab“ mit Bernd Färber in der Titelrolle. Foto. Rasche
Ins Theater geht es diesmal auf einem Steg, unter dem Archäologen in weißer Schutzkleidung tätig sind. Sie graben nach Vergangenem und legen Knochen, Helme und Scherben frei. Während auf dem Vorplatz drei Förderbänder verschiedenfarbige Erdhaufen aufgeschüttet haben, in Schwarz, in Rot und in Gold. Vier Stücke von und eines über Grabbe, von denen der Zuschauer an einem langen Abend drei sehen kann, erzählen vom Leben und Werk eines schwierigen Dramatikers, der nach 1789 in einer in Restauration und Stagnation mündenden Umbruchszeit an der gesellschaftlichen Wirklichkeit und ihrer literarischen Spießigkeit litt und zerbrach. Seine Stücke sind schwere Brocken, mit denen die Neue Bühne bei ihrer langen, von 17 Uhr bis nach Mitternacht dauerndem Theaterfest sich selbst wie ihre Zuschauer gleichermaßen fordert.

Grablandschaft

Doch die Neue Bühne hat Erfahrungen gemacht und Erfolge gefeiert mit Theaterfesten.
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Erstellt am: 05. Oktober 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 05. Oktober 2009, 10:19 Uhr
Autor: Von Hartmut Krug

Von Hartmut Krug