08. März 2010, 00:00 Uhr

Was Arthur Schopenhauer, der Meisterdenker des Pessimismus, vom Glück hielt

Glück Glück gibt es nicht, höchstens die Abwesenheit von Unglück, schreibt Schopenhauer. Wie sich die zahlreichen Übel des Lebens in Grenzen halten lassen, verrät er in seinen „Aphorismen zur Lebensweisheit“.

Innerer Reichtum braucht keinen Prachtband, ein abgegriffenes Bibliothekstaschenbuch tut's auch. Das sagt – sinngemäß – Schopenhauer in seinen „Aphorismen“. Foto: Repro: Rundschau
Dem Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) zufolge haben seine Kollegen zu allen Zeiten in etwa dasselbe gesagt. Diese Ansicht legitimiert es, im Rahmen der RUNDSCHAU-Serie „Was für ein Glück“ keine literarische Neuerscheinung vorzustellen, sondern einen modernen Klassiker. Während Verfasser von Glücksbüchern üblicherweise von der Möglichkeit des Glücklichseins überzeugt sind, behauptet Schopenhauer das Gegenteil. Diese extreme Gegenposition darf in der Serie nicht fehlen.

Für den großen Pessimisten war die Sache klar: Das menschliche Streben nach Glückserlebnissen ist eine Anstrengung, die niemals zur Befriedigung führt. Wer sie auf sich nimmt, gleicht einem Esel, der einer Möhre hinterhertrottet, die ihm vors Maul gebunden wurde. Das Glück sei ein Negativum – etwas Flüchtiges, stets Abwesendes, bloß Ersehntes. Positiv, das heißt: handgreiflich fühlbar, wirke dagegen das Unglück. Schopenhauer empfand das Dasein als Pendeln zwischen Schmerz und Langeweile.

Das Leben war in seinen Augen nicht dazu da, um glücklich zu machen, sondern um ertragen zu werden. Nichtsdestotrotz hat der Philosoph mit seinen „Aphorismen zur Lebensweisheit“ (Erstveröffentlichung 1851 im Band 1 der „Parerga und Paralipomena“) einen Glücksratgeber geschrieben. Darin sieht er um des Experiments willen von seinem „höheren metaphysisch-ethischen Standpunkte“ ab (dass es Glück nicht gibt), und erörtert, welche Bedingungen dem Glück oder zumindest der Vermeidung von Unglück förderlich sind.

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Erstellt am: 08. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. März 2010, 12:03 Uhr
Autor: Von Felix Johannes Enzian

Von Felix Johannes Enzian