Nächstenliebe als Lebenswerk
Der Kampf gegen Kinderarbeit, Hilfe für Arme oder der Einsatz für die Gleichberechtigung der Frau – aufopferungsvoll wirkte Hildegard Burjan (1883-1933) im Dienste der Kirche. 1919 gründete die promovierte Mutter einer Tochter ihr Lebenswerk: die Schwesterngemeinschaft „Caritas socialis“, in der sich Frauen für Notleidende einsetzen.
Nur zwölf Jahre lebte sie in der Neißestadt, bevor die Eltern mit ihr nach Berlin zogen. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf, die ihre Religion allerdings nicht aktiv lebte. Als junge Frau erkrankte Hildegard Burjan schwer. Die Ärzte hatten sie nach mehreren Operationen aufgegeben, ihre Heilung grenzte an ein Wunder. Burjan ließ sich daraufhin taufen und nahm den katholischen Glauben an1909 ging die studierte Philosophin mit ihrem Mann, einem ungarischen Ingenieur, nach Wien. 1919 zog sie als erste christliche Frau ins österreichische Parlament ein. In der zweijährigen Abgeordnetenzeit macht sie sich für Frauen, Arme und Benachteiligte stark, bevor sie sich schließlich im gleichen Sinne ganz auf „Caritas socialis“ konzentriert. Von Österreich aus hat sich „Caritas socialis“ bis nach Deutschland, Ungarn, Italien und Brasilien ausgebreitet. Überall dort wirken Schwestern der religiösen Gemeinschaft.
Die Suche nach den Wurzeln der Gründerin führt nach Görlitz. 1999 zogen zwei Mitstreiterinnen von „Caritas socialis“ genau dort ein, wo Hildegards Familie einst unweit der Altstadt lebte. Martina Theiner und Ulrike Gorfer teilen sich heute die Wohnung. Die eine arbeitet als katholische Seelsorgerin im Görlitzer Klinikum, die andere besucht ehrenamtlich Senioren und kranke Menschen.
Mit der Seligsprechung werde gewissermaßen bestätigt, dass Hildegard Burjan das Ziel des ewigen Lebens erreicht habe, erklärt derBischof des Bistums Görlitz, Wolfgang Ipolt. „Wir sind sehr stolz, dass einer Görlitzerin diese große Ehre zuteil wird“, sagt Oberbürgermeister Joachim Paulick (parteilos).
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Erstellt am: 30. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 11:02 Uhr
Autor: dpa/kr

Jüngste Kommentare (1)
"promovierte Mutter einer Tochter "
von CB_Diaspora
Dafür gibt's die goldene Vase zur großen Stilblüte!