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Kultur

Jetzt hat Deutschland den einen Ring

Schwerter, Helden, Orks und Elfen – was derzeit im Filmpark Babelsberg aus den Kisten gepackt wird, lässt das Herz jedes Fantasy-Fans höher schlagen. Der Herr der Ringe gibt sich dort ab 1. Februar die Ehre. Eine Ausstellung zeigt zum ersten Mal in Deutschland die Requisiten des großen Kino-Erfolges.

20.01.2007
Original-Ausstellung "Der Herr der Ringe"
Der Höhlen-Troll ist mit knapp vier Metern Höhe das größte Exponat der Ausstellung.
Noch ist das Meiste in der Potsdamer Caligari-Halle allerdings unvollständig. Überall stehen Kisten. Bühnenbildner machen sich an den Aufbauten zu schaffen. Düster ist es in der Halle. Die Neonbeleuchtung verhindert allerdings, dass Fantasy-Stimmung aufkommt.
An einigen Ecken lässt sich aber schon erahnen, was die Fans erwartet. Ein vier Meter hoher Höhlentroll blickt Furcht einflößend auf die Betrachter herab. Auch die Argonauten-Wächter am Eingang wecken Erinnerungen an die Abenteuer des Ringträgers und seiner Gefährten.
So ganz genau durften freilich auch die gestern zum ersten Eindruck geladenen Journalisten nicht hinschauen. Nur ausgewählte Stücke wurden präsentiert. Darunter sind zumindest zwei Neuheiten, die bisher weder in London noch in den USA zu sehen waren. Die Plastikfigur Gollums beispielsweise oder das Kleid der Lady Arwen. Das Krönungsgewand wurde im Film von Schauspielerin Liv Tyler getragen.
Viel spannender für die meisten Gäste ist allerdings das Schwert Anduril. Mit Gummi-Handschuhen darf jeder einmal die Flamme des Westens halten. Allerdings sehen die Wenigsten dabei so heldenhaft wie König Aragorn aus. Immerhin wiegt das Schwert aus Stahl rund vier Kilo. Orks erschlagen kann man damit auch nicht. Es ist stumpf.

«Keinen Augenblick gezögert»
„Unser Inhaber Friedhelm Schacht hat keinen Augenblick gezögert, als ihm die Ausstellung angeboten wurde“, sagt Sabine Jerchel, Leiterin des Bereichs Special Events im Filmpark Babelsberg. Sechs Monate hat es vom ersten Kontakt über die neuseeländische Botschaft bis zum Entladen der Container in Potsdam gedauert.
Mit dabei ist ein Team des Museums von Neuseeland Te Papa Tongarewa. Sie haben die Ausstellung mit den Produzenten der Film-Trilogie, New Line Cinema, organisiert. Nach Neuseeland, wo die Filme gedreht wurden, tourte die Show durch Australien, Asien, die USA und Großbritannien. Nach London ist Potsdam die zweite Station in Europa. „Das Interesse hier ist riesengroß. Fast so groß wie zu Hause in Neuseeland“, sagt Tour-Managerin Aloson James.

Blick hinter die Kulissen
1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche erwarten den Besucher. Zu sehen gibt es neben den Requisiten auch einen Blick hinter die Kulissen der Filmausstatter. Für die Ausstellung mussten die Aufbauten des Films «Beyond the Sea» weichen. Nun wird mit Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet. „Wir liegen im Zeitplan“, verspricht Managerin Sabine Jerchel.
Der Eröffnung am 1. Februar könnte also höchstens noch der Dunkle Herrscher Sauron einen Strich durch die Rechnung machen. Der hat allerdings keine Chance. Denn der eine Ring wird in Babelsberg sehr sicher beschützt – auch vor neugierigen Journalisten-Augen.
Filmpark-Show

Nachbildung des Gollum im Filmpark Babelsberg in Potsdam.


Von Bodo Baumert
 
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