12. Mai 2009, 00:00 Uhr

Im visionenfressenden Malstrom

„Linkerhand“ von Moritz Eggert in einer Produktion des Görlitzer Theaters in der Lausitzhalle Hoyerswerda

Mit der Lausitzhalle in Hoyerswerda hatte das Theater Görlitz nicht nur den authentischen, sondern wohl auch den richtigen Ort für seine Uraufführung der Oper „Linkerhand“ nach Brigitte Reimanns Roman „Franziska Linkerhand“ gewählt. Herzlicher Beifall nach pausenlosen 100 Minuten Musik von Moritz Eggert auf ein Libretto von Andrea Heuser im ausverkauften Saal.

Yvonne Reich singt die Titelrolle in der Oper „Linkerhand“. Foto: dpa Foto: dpa

Auf den ersten Blick schien es, als hätten die Veranstalter der Opernaufführung am Sonntag ein böses Gesamtkunstwerk schaffen wollen. Das von der Heldin des Romans, der Architektin Franziska so heiß umkämpfte Stadtzentrum der Wohn- und Schlafsiedlung Hoyerswerda – oder „Neustadt“, wie der Ort bei Reimann heißt – lag verödet in der Abendsonne. Das frühere Centrum-Warenhaus, von einer großen deutschen Warenhauskette aufgegeben, beherbergt eine Schnäppchenoase, der von einem sprudelnden Brunnen und Blumenrabatten geschmückte Platz war von Flaschenscherben übersät, die Bänke leer.

Vorsichtig balancierend strömten Menschen jeden Alters der Lausitzhalle zu. In Berlin bis auf die Fundamente verschwunden, als hätte es den Palast der Republik nie gegeben, betrat man in Hoyerswerda seine offensichtlich florierende Miniaturausgabe.

Die Oper passte dorthin, allerdings auf eine vertrackt gebrochene Weise. Andrea Heuser hat den Roman sehr frei bearbeitet.

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Erstellt am: 12. Mai 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. Mai 2009, 01:31 Uhr
Autor: Von Irene Constantin

Von Irene Constantin