30. Januar 2010, 00:00 Uhr

Gene Hackman wird 80 Jahre alt

Seit sechs Jahren warten seine Fans vergeblich auf einen weiteren Auftritt von Gene Hackman. Der Hollywood-Veteran, der am heutigen Samstag 80 Jahre alt wird, glänzte 2004 in der Polit-Satire „Willkommen in Mooseport“ als arroganter Ex-Präsident, der von Washington in die Provinz zieht, zum letzten Mal auf der Leinwand.

Gene Hackman. Foto: dpa Foto: dpa
Bis dahin stand er pausenlos vor der Kamera, drehte mehrere Filme pro Jahr und schwärmte noch mit 70 Jahren: „Es gibt nichts anderes, bei dem ich mich so lebendig fühle.“

Als er 2004 US-Talkmaster Larry King anvertraute, er wolle aus dem Filmgeschäft aussteigen, wollte es keiner glauben. Man müsse zu viele Kompromisse machen, klagte der Star. Hackman, der mit seiner zweiten Frau fernab von Hollywood, in Santa Fe (New Mexico) wohnt, hat dort längst eine neue Rolle gefunden. 2008 brachte er mit dem Bürgerkriegsroman „Escape from Andersonville“ sein drittes Buch heraus. Offensichtlich meinte es der große Darsteller mit dem Abschied ernst. Den Zuschauern hinterlässt er unvergessliche Charaktere.

Als brutaler Gangster in „Bonnie and Clyde“ oder – jeweils Oscar-gekrönt – als Drogen-Bulle in dem Krimi „French Connection“ („Brennpunkt Brooklyn“) und als sadistischer Sheriff in Clint Eastwoods Western „Erbarmungslos“ – vor „Harte Kerle“-Rollen schreckte Hackman nie zurück. Erst zuletzt gab er leichterer Kost den Vorzug. Als schwerreicher Kettenraucher, der einer Heiratsbetrügerin ins Netz geht, fletschte Hackman in „Heartbreakers“ die vergilbten Zähne. Mit Hilfe von Spezial-Effekten, denn der Darsteller ist überzeugter Nichtraucher. Für seinen Auftritt als abtrünniger Ehemann in der frechen Familienfarce „Die Royal Tenenbaums“ wurde er gar mit dem Golden Globe (2002) als bester Komödienschauspieler belohnt.

In seiner ersten, nur zweiminütigen Hollywood-Rolle in dem Film „Lilith“ fiel Hackman dem Hauptdarsteller Warren Beatty auf, der ihn 1967 als Gangster-Bruder in „Bonnie and Clyde“ vor die Kamera holte. Dank einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ging es nun mit Hackmans Karriere bergauf.
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Erstellt am: 30. Januar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 30. Januar 2010, 07:48 Uhr
Autor: Von Barbara Munker

Von Barbara Munker