Ein Hoch auf die vielseitigste Droge der Welt
Kultur macht größenwahnsinnig und gefühlsduselig – und das ist gut so
Glück Selbstgenuss, Betäubung, Stimulation – Kultur ist eine Droge und in jeder Geschmacksrichtung zu haben. Sie macht uns zwar nicht besser, aber versöhnt uns mit uns selbst.
Fest steht: Ohne Kulturproduktion und Kulturkonsum kann der Mensch offenbar nicht leben. Erwarten Sie nun aber keine Lobeshymne auf Kultur als Mittel der Völkerverständigung, Selbstfindung, Seelenläuterung, Welterklärung, Systemkritik und dergleichen. Kulturfrömmler nenne ich Leute, die über jede Gedichtzeile und Laientheateraufführung in Verzückung geraten und sie zum unverzichtbaren Menschheitserbe erklären, das unbedingt der staatlichen Förderung bedarf. Ich bin sehr skeptisch, was den Nutzen von Kultur für das Gemeinwohl betrifft. Dass auch böse Menschen Lieder haben, ist bewiesen.
