15. März 2010, 00:00 Uhr

Cottbuser Schüler-Kunst-Tage zeigten, was Jugendliche interessiert

Cottbus Rund 300 Lausitzer Jugendliche haben am Wochenende mit Musik, Theater, Fotografie und Bildern die 14. Cottbuser Schüler-Kunst-Tage gestaltet. Die Beiträge boten einen Eindruck, wozu Jugendliche fähig sind, wenn sie sich für ein Thema oder eine Aufgabe begeistern.

Der Theaterjugendclub des Staatstheaters vereinte viele Stücke von Shakespeare zu einer amüsanten Revue. Foto: Ronald Ufer Foto: Ronald Ufer
Der Nachwuchs rechtfertigte mit seinen Darbietungen den längst überfälligen Verzicht auf den (Klein)-Kunst-Einschub. Wer wie die Theater AG aus Finsterwalde das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner in der für heutige Ohren ungewohnten Sprache auf die Bühne brachte, dessen Leistungen und Ansprüche gingen über den Klein-Kunst-Begriff deutlich hinaus.

Das zeitlose Stück um Melancholie, Liebe und die Frage, was junge Menschen mit dem Leben anfangen, stand für einen thematischen Schwerpunkt. Den besonderen Reiz der Inszenierung bildete der Geschlechtertausch. Leonce wurde von einer jungen Frau, Lena von einem Mann dargestellt. „Es war interessant und hat Spaß gemacht, als ich mich daran gewöhnt hatte, eine Prinzessin zu sein“, sagte Khanh Le Dang.

Noch weiter in die Vergangenheit tauchte der Theaterjugendclub des Staatstheaters hinab. In „Klassiker im Zwielicht – Shakespeare.  Eine Revue“ hat eine Nachwuchsgruppe zwei Stunden Zeit, ihr Stück einzustudieren. Bei der Suche nach einem Werk werden, die Lachmuskeln strapazierend, Szenen fast aller Arbeiten des englischen Klassikers geprobt.

Viele Ensembles hatten sich der Auseinandersetzung mit der Gegenwart verschrieben. Dazu gehörte „Die 6echs“ aus Cottbus, die in „Bang Bang you' re dead“ nach den Ursachen eines Amoklaufes suchte. Das expressiv und mit hohem Tempo inszenierte Werk entstand basisdemokratisch. Die sechs jungen Mimen besorgten gemeinsam ohne Hilfe die Inszenierung, führten Regie und definierten die Rollen. Das Spiel um die Suche nach dem Platz im Leben, Freunde, Zukunft und Tod erhielt viel Beifall.

Dem Tod wie dem Leben in ihrer Heimatstadt Forst widmeten „Light Forever“ eigene Titel. Die bisher dreiköpfige Band trat in Cottbus erstmals mit vier Musikern auf, wie Davis Kschenka verriet.

Neben Musik und Theater war der Tanz stark vertreten.  Mit Franca Schötz (7) von Clanna Eireann Children of Ireland der Evangelischen Grundschule Cottbus war in dieser Sparte auch die jüngste Künstlerin am Start. Choreografien aus verschieden Ländern waren ebenso wie Showballett und Fantastisch-Märchenhaftes geboten.

Artistik, Fotografien aus Zielona Gora, Bilder und Zeichnungen von zwei Dutzend jungen Künstlern rundeten den Nachwuchswettbewerb ab.
Bilderstrecke Cottbus | 14.03.2010
14. Schüler-Kunst-Tage in Cottbus
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 22. Februar 2011, 11:54 Uhr
Autor: Von Ronald Ufer