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Kultur

Am Ende der Zeitkurve

New York. Der amerikanische Dramatiker Arthur Miller ist tot. Seine Mitarbeiterin Julia Bolus gab gestern bekannt, dass der weltberühmte Autor am Donnerstagabend (Ortszeit) in seinem Wohnort Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut im Alter von 89 Jahren gestorben war.
12.02.2005
Arthur Miller gestorben
Arthur Miller mit seiner Frau Marilyn Monroe.
Die Todesursache war zunächst nicht bekannt.
Miller hatte 1949 als gerade erst 33-jähriger Autor den Pulitzer-Preis für den „Tod eines Handlungsreisenden“ verliehen bekommen. Seine sozial- und zeitkritischen Dramen wenden sich gegen den so genannten „American Way of Life“, bei dem der berufliche Erfolg im Mittelpunkt des Lebens steht. Immer wieder strich Miller die ethische Verpflichtung des Einzelnen in seinen Werken hervor.

Gefeiertes Drama
Der „Tod eines Handlungsreisenden“ („Death of a Salesman“) wurde 1949 in New York uraufgeführt. 1984 spielte Dustin Hoffman am Broadway die Rolle des scheiternden Vertreters Willy Loman, der von seiner Firma nach Jahrzehnten als nicht mehr verwendungsfähig entlassen wird und sich, nachdem ihn sogar seine Söhne zurückstoßen, das Leben nimmt.
Nach der ersten Verfilmung 1951 durch Laszlo Benedek setzte 1985 auch Volker Schlöndorff den Stoff für die Leinwand um und gewann Dustin Hoffman als Hauptdarsteller. Miller selbst inszenierte sein gefeiertes Drama 1992 in Stockholm.
Der Autor stammte aus einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie. Am 17. Oktober 1915 in New York geboren, wuchs er im Stadtbezirk Harlem auf, verdingte sich als Lastwagenfahrer und Fabrikarbeiter, bis er das Geld zum Studium der Literatur und Theaterwissenschaften zusammen hatte. Der Meisterregisseur Elia Kazan machte ihn mit Marilyn Monroe bekannt, die er 1956 heiratete. Es schien – zunächst – die perfekte Liebe zu sein. Doch der viereinhalbjährigen Ehe zwischen dem Intellektuellen und der blonden Schauspielerin („Manche mögen's heiß“) war kein Glück beschieden. 1962 heiratete Miller die österreichische Fotografin Inge Morath.

«Hexenjagd» und Memoiren
Außer Titeln wie „Hexenjagd“, „Brennpunkt“, „The Crucible“, „Ein Blick von der Brücke“, „All my Sons“ und „Laßt sie bitte leben“ schrieb Miller 1985 seine Memoiren, die in Deutschland unter dem Titel „Zeitkurven“ erschienen.  (dpa/mar)
Foto: dpa
 
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