Fünfter Internationaler Wettbewerb im Jazz- und Popgesang auf hohem Niveau im Elbe-Elster-Kreis
Finsterwalde
Sängerinnen und Sänger aus sechs europäischen Ländern und ihre Begleitmusiker machten Finsterwalde für zwei Tage zum Zentrum des Pop- und Jazzgesangs.
Preisverdächtiger Auftritt: Mara von Ferne und David Sick auf der Gitarre. Foto: J. Weser /jgw1 Foto: J. Weser /jgw1
,,Ein wundervoller, strahlender Wettbewerb mit hoffnungsvollen Nachwuchsmusikern ist zu Ende gegangen", lobte Jurymitglied Marc Secara, selbst erfolgreicher Jazz- und Pop-Sänger. Preisträger wurden Mara von Ferne aus Dresden, Norbert Kögging aus Amsterdam und Rachel Maby aus London.
Das Besondere an dem vom Kreiskulturamt und der Sparkassenstiftung des Landkreises Elbe-Elster ausgeschriebenen Wettbewerb: Die Teilnehmer dürfen nicht älter als dreißig Jahre sein, verfügen über eine profunde musikalische Ausbildung, studieren an einer Hochschule Musik, befinden sich in einer anderweitigen musikalischen Ausbildung oder haben das Studium bereits abgeschlossen. Der Wettbewerb will als Sprungbrett in eine Musikerkarriere dienen, und er ist mit Preisen zwischen 1000 bis 3000 Euro lukrativ.
Deshalb reisten Teilnehmer von den Musikhochschulen aus Leipzig, Weimar, Berlin, Dresden, Nürnberg, Cottbus, Stuttgart, Mannheim, Wien, Graz, Rotterdam, London, Budapest und aus Polen an. Unter 60 Bewerbern mussten die Veranstalter eine Vorauswahl treffen. 17 Solisten und zwei Ensembles stritten schließlich um die vom Finsterwalder Künstler Eckhard Böttger stilisierte Metallfigur ,,Finsterwalder Sänger«.
Zwei Tage lang brannte die Bühne vor Leidenschaft, perfekter Musikalität und Gefühl. Neben zahlreichen Balladen gab es Soul- und Jazzklassiker zu hören, von der stimmlichen Jazzakrobatik bis zur Musicalanlehnung in eigenen Bearbeitungen wurde die große Palette moderner Musik geboten, was die Entscheidungsfindung für die Juroren um Ricarda Ulm aus Berlin nicht einfach machte.
2006 schon einmal mit einem zweiten Preis in Finsterwalde bedacht, gelang Mara von Ferne aus Dresden, nach Studium in Stockholm, jetzt der große Erfolg. Mit ,,Little lies«, den kleinen Lügen von Christine McVie und zwei eigenen Titeln überzeugte sie gemeinsam mit David Sick auf der Gitarre mit großer Stimme die Jury und durfte den ersten Preis mit nach Hause nehmen. ,,Das Niveau ist unheimlich gestiegen«, war sie sich ob der vielen ausgezeichneten Vorträge überhaupt nicht sicher vor der Preisverkündung. ,,I thank you« sang Norbert Kögging aus Amsterdam und konnte für seine charmant-melodiöse Vokalkunst den 2. Preis ersingen. Zum Publikumsliebling avancierte die erst 19-jährige Rachel Maby aus London. Die Musikstudentin von der Royal Akademie besang temperamentvoll die ,,Midnight Sun« und wurde als dritte Preisträgerin gekürt. Als Hoffnung für die polnische Jazztradition erlebten die Wettbewerbszuschauer die 15-jährige Adriana Górka aus Ratiborz, und die Cottbuser Musikstudentin Julia Baer gefiel mit einer Bearbeitung des Ufa-Klassikers ,,Nur nicht aus Liebe weinen«. Geweint wurde überhaupt nicht, denn alle Teilnehmer fuhren mit Gewinn vom Wettbewerb, zu dem ein Workshop mit Ricarda Ulm gehörte, nach Hause.
Vor der Preisvergabe hatte der in Berlin lebende Sänger Marc Secara das Abschlusskonzert mitgestaltet. Der Wettbewerb hat Zukunft, ist sich Moderator Ulf Drechsel vom rbb, der kenntnisreich durch den Wettbewerb führte, sicher. jgw1