Klier wusste immer, wovon sie sprach, wenn es um Verfolgung und Unterdrückung ging. Vater und Bruder waren Opfer der Staatssicherheit in der DDR (der Bruder hat sich von der Haft nie wieder erholt), sie selbst wurde wegen «versuchter Republikflucht», wie es in der DDR- Justizsprache hieß, wenn man als Deutscher von einem Teil seines Vaterlandes in den anderen wollte, verurteilt. Später wurde sie Schauspielerin und erhielt 1984 sogar den DDR-Regiepreis für die Uraufführung von Ulrich Plenzdorfs «Legende vom Glück ohne Ende», was sie vor einem späteren Berufsverbot nicht schützte.
Ein besonderes Interesse Kliers galt bald auch der Jugendpolitik und dem Erziehungswesen in der DDR, was den Druck auf sie nur erhöhte. Manuskripte wurden beschlagnahmt, schließlich Verhaftung und Ausweisung, nachdem sie zusammen mit Krawczyk auch an den Protesten beim offiziellen Luxemburg-Liebknecht-Gedenken im Januar 1988 in Ost- Berlin teilgenommen hatte. Im Westen war Klier bald wieder als Autorin und Regisseurin und unermüdliche «DDR-Aufklärerin» tätig («Lüg Vaterland. Erziehung in der DDR»). Für die ARD drehte sie den Film «Flucht mit dem Moskau-Paris-Express» über ein Flüchtlingsdrama am Bahnhof Friedrichstraße. Zu ihren späteren Filmdokumentationen gehörte der vielbeachtete Streifen «Verschleppt ans Ende der Welt» über ostdeutsche Frauen auf Spurensuche in Sibirien.
Klier griff auch den früheren DDR-Rechtsanwalt und heutigen Linken-Politiker Gregor Gysi und den Pfarrer und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer an, was ihr im Fall Schorlemmer auch in den eigenen Reihen nicht nur Sympathien einbrachte. Manche warfen ihr «selbstgerechte Anmaßung» vor. Für das PEN-Zentrum engagiert sich die Autorin im Programm «Writers in Prison» (Schriftsteller hinter Gittern). Die Bundeszentrale für politische Bildung verlieh Klier 2009 einen Sonderpreis für ihr «langjähriges Engagement bei der Aufklärung über die DDR».
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