„Deutscher Kojak“ und „Canaille“
Ost-West-Schauspieler und Sänger Manfred Krug wird 75 Jahre alt
Berlin Der gelernte Stahlschmelzer Manfred Krug ist nach eigenem Bekunden „als Schauspieler auf die Welt gekommen“, der schon in frühen Jahren Hollywoods Star-Cowboy Gary Cooper verehrte. Denn der „hat nie etwas anderes gespielt als sich selbst, und das ist die Hohe Schule“, wie Krug in seinen Jugenderinnerungen „Mein schönes Leben“ (Econ) schrieb.
Aus diesem Anlass blickt er wieder einmal auf sein Leben zurück. Mit seinem „Bilderbuch – Ein Sammelsurium“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf) macht er sich selbst ein üppiges Geburtstagsgeschenk und öffnet noch einmal die Kisten vom Dachboden mit zahlreichen Erinnerungsfotos und Texten, mit denen er sein Leben und seine Karriere Revue passieren lässt.
Und da gibt es wirklich viel zu erzählen. Immerhin war Krug in der DDR der „Tausendsassa der Defa-Filme“, wo er in den Babelsberger Studios seit 1961 unter Vertrag stand. Später war er im Westen das liebenswerte und auch manchmal ruppige „Raubein, das von drüben kam“, wie ihn Zeitungen nannten. Mit Filmen wie „Mir nach, Canaillen!“, „Wege übers Land“, „Fünf Patronenhülsen“ und „Auf der Sonnenseite“ wurde Krug einer der populärsten Kino- und Fernseh-Schauspieler im Osten Deutschlands, der von 1969 bis 1973 mehrmals zum Publikumsliebling gewählt wurde. Später gehörte er zu den Künstlern, die auch in der Bundesrepublik – nach einigen Anlaufschwierigkeiten – beruflichen Anschluss fanden.
Hier wurde er als brummiger „Tatort“-Kommissar Stoever als der „deutsche Kojak“ ein Fernsehstar und hier war er als „Liebling Kreuzberg“ auch der populäre Anwalt, der ein Herz für die kleinen Leute hat. Und es gab auch mal eine Zeit, als vom ARD-Vorabendprogramm noch nicht von der angeblichen „Todeszone“ (wie Thomas Gottschalk aufgrund der Zuschauerzahlen kürzlich sagte) gesprochen wurde, denn da gab es den abenteuerlustigen Truckerfahrer Manfred Krug, der jahrelang weltweit „Auf Achse“ war und damit zu einem TV-Publikumsliebling wurde.
Vom aktiven Schauspielberuf hat sich „Manne“ zwar schon mit dem Eintritt ins offizielle Rentenalter zurückgezogen. Aber mit „Jazz und Lyrik“ tritt der leidenschaftliche Jazzinterpret und Chansonsänger („Es steht ein Haus in New Orleans“) immer noch auf wie mit der Sängerin Uschi Brüning. Unlängst erst in Cottbus.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 08. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2012, 08:39 Uhr
Autor: dpa/ik
