01. September 2011, 17:59 Uhr

Fachmann für elektrische Energie

Neues Berufsbild: Statt Elektroinstallateur nun Elektroniker / Ausbildung erfolgt in drei Fachrichtungen

Netzwerkanschlüsse, Mobilfunkantennen oder eine aufwendige Beleuchtung im Geschäft – stets ist der Fachmann gefragt. Bisher hat man dafür meist den Elektroinstallateur gerufen. Doch im vergangenen Jahr wurde dessen Berufbild neu gezeichnet. So ist aus dem Elektroinstallateur der Elektroniker geworden.

Elektroniker
Von Bewerbern für einen Ausbildungsplatz als Elektroniker werden neben guten Kenntnissen in Mathematik und Physik auch gute Noten in Deutsch erwartet. Foto: ZVEH/dpa
In diesem Beruf wird jetzt in drei verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet. Zu den Tätigkeiten des Elektronikers-Fachmannes Energie- und Gebäudetechnik gehören unter anderem das Errichten und das Prüfen sowie die Inbetriebnahme von Anlagen und Anlagenkomponenten zur Erzeugung elektrischer Energie.

Im Fachgebiet Automatisierungstechnik werden Anlagen oder Komponenten der Steuerungs- und Antriebstechnik, aber auch Anlagen für den Bereich der Verkehrsleitsysteme errichtet. Ebenso werden sie geprüft und schließlich in Betrieb genommen.

Eine weitere Fachrichtungen des Elektronikers ist die Informations- und Telekommunikationstechnik. Sie sieht vor allem das Errichten, Prüfen, in Betrieb nehmen und Instand halten von Anlagen der Telekommunikationstechnik vor, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Ein Hauptschulabschluss gilt als Mindestvoraussetzung für die Bewerbung um eine Lehrstelle zum Elektroniker. Die Praxis sieht ein wenig anders aus: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Hauptschüler hier oft an der Theorie scheitern“, erklärt Siegfried Siewert, Ausbildungsberater in der Handwerkskammer in Hamburg. Die Bewerber müssen deshalb ein besonders gutes Zeugnis vorweisen können.

Auch in Deutsch sollten die Bewerber einigermaßen gut sein, erläutert Oswald Hammer, Inhaber eines Elektrobetriebes in Hamburg. „Die müssen ja auch eine Arbeitsbeschreibung für die Rechnung verfassen können“, sagt der Lehrlingswart der Landesinnung der Elektrohandwerke der Hansestadt. Bessere Chancen haben Realschüler und Abiturienten. Aber auch sie sollten Siewert zufolge auf jeden Fall in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern gute Noten mitbringen.

Die Elektroniker Automatisierungstechnik verdienen in den alten Bundesländern zum Beispiel im ersten Lehrjahr zwischen 355 und 477 Euro. Beim Elektroniker Energie und Gebäudetechnik sowie im Fachbereich Informations- und Telekommunikationstechnik sind es 605 bis 660 Euro.

In welcher Fachrichtung die angehenden Elektroniker ausgebildet werden, wird von vornherein festgelegt. Mit fortwährender Dauer der Ausbildung unterscheiden sich die Inhalte stärker: Während die auf die Automatisierungstechnik spezialisierten Elektroniker Automatisierungssysteme programmieren oder überprüfen, lernt der Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik, wie Gebäudeleiteinrichtungen konfiguriert werden.

Die Lehre dauert dreieinhalb Jahre. Abiturienten haben die Möglichkeit, ein halbes Jahr zu verkürzen. Wer seine Ausbildung abgeschlossen hat, kann derzeit in der Regel auf eine Übernahme hoffen, so Siewert. „Die Betriebe bilden meistens für den eigenen Bedarf aus“, erklärt Oswald Hammer.

 

Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 01. September 2011, 17:59 Uhr
Geändert am: 01. September 2011, 18:26 Uhr
Autor: Sven Appel

Sven Appel