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Der trendige Tagesvater

Kindertagesvater ist ob seiner Seltenheitenheit noch ein Beruf, der als Berufung angesehen wird. Doch als Mann Kinder zu betreuen liegt im Trend und ist oft erwünscht. Das hat auch Ronny Kretschmer erkannt.

01.11.2009
Kindertagespflege "Schnappi"
Foto: pr
Er baute sich mit Hilfe der „Zukunft Lausitz“ eine eigene Kindertagesstätte in der Tierbacher Straße im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf auf. Seit über zwei Jahren läuft das Projekt in einer Zwei-Raum-Wohnung ausgezeichnet. Die Gründung wurde dem jungen Mann quasi in die Wiege gelegt. Kretschmer sagt: „Meine Nichte war immer bei einer Tagesmutti. Das habe ich mir dann mal genauer angeschaut und mich informiert.“ Dabei entstand seine Geschäftsidee nicht einfach aus einer Laune heraus: „Ich war früher ehrenamtlich im Montessouri-Haus in Cottbus-Schmelwitz tätig und hab' bei der Kinderhilfe gearbeitet. Auch in der eigenen Familie habe ich mich oft um die Kinder gekümmert. Dann habe ich über das Abeitsamt von der damaligen „Garage Lausitz“ erfahren, wo ich schließlich gecoacht wurde.“

Dieses Coaching ging mit Hilfe von unabhängigen Versicherungsexperten, Werbefachmännern und Unternehmensberatern vonstatten. Zusätzlich waren speziell für diesen Beruf ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Grundlehrgang von 136 Stunden nötig, um ein deutschlandweit gültiges Zertifikat für die Kinderbetreuung zu erhalten.

Von den Zukunftsaussichten ihres Konzepts mussten sich die jungen Gründer dann auf der Straße selbst überzeugen. Kretschmer: „Wir haben eine Umfrage unter Passanten gemacht, was sie denn von unseren Geschäftsideen halten. Ich habe 105 Passanten befragt und über 70 Prozent fanden mein Konzept toll.“

Diese positive Resonanz bekommt Kretschmer auch heute in der Praxis, nachdem er die kleine Tagespflege in Sachsendorf übernommen hat: „Tagesväter sind im Trend. Es gibt viele Kinder, die zu Hause keinen Vater haben, die aber eine Vaterfigur in der Erziehung brauchen. Das war von Anfang an Teil meines Konzepts – eine männliche Bezugsperson zu sein.“

An seinen Kundenkreis kommt der Tagesvater nicht mehr nur über das Jugendamt. Er sagt: Wir haben in der „Tagespflege Schnappi“ Kinder von 0 bis 3 Jahren. Die werden uns meist über das Jugendamt vermittelt. Oft kommen die Eltern aber auch selbst vorbei, weil sie Gutes von uns gehört haben.“ cb
cb
 
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