Das bestätigte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kürzlich gegenüber der Frankfurter Rundschau. Ob es jedoch die angekündigten Vorteile für Fahrzeughalter mit sich bringt, bleibt abzuwarten.

Ursprünglich war vom Verkehrsminister angedacht worden, das Wechselkennzeichen in der Bundesrepublik nach dem Vorbild Österreichs und der Schweiz zu gestalten. Das bedeutet im Klartext: Das austauschbare Kennzeichen wäre für bis zu drei Fahrzeuge nutzbar, die jedoch nie parallel gefahren werden können. Der Vorteil daran ist, dass auch immer nur für ein Fahrzeug Versicherungsbeiträge und Kfz-Steuer fällig würden – ausschlaggebend wäre dabei immer das Auto mit der höchsten Typklasse.

Diese Pläne stießen jedoch relativ schnell auf Widerstand und wurden daher teilweise ad acta gelegt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) besteht nach wie vor darauf, jedes einzelne über ein Wechselkennzeichen versicherte Fahrzeug einzeln zu versteuern. Andernfalls befürchtet er enorme Einnahmeausfälle – einen Steuervorteil wird es daher beim deutschen Wechselkennzeichen nicht geben. Das wiederum könnte zur Folge haben, dass auch der erhoffte Konjunkturschub durch das Wechselkennzeichen ausbleibt: Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) ging ursprünglich davon aus, dass sich durch das variable Nummernschild zusätzlich etwa 90.000 Neuwagen absetzen ließen – jedoch auf Basis der anfänglichen Planung mit Steuervorteilen. Die so erwirtschafteten Mehreinnahmen, hätten laut IFA den Ausfall der Kfz-Steuer wettgemacht.

Aufgrund drohender Verluste lehnten letztlich auch die Versicherer das angedachte Modell ab – jedoch sollen nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Rabatte auf die Beiträge gewährt werden. Als erstes Unternehmen will der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) eine entsprechende Police für Wechselkennzeichen erarbeiten.

Autofahrer, die sich an der eigentlichen Intention für das Wechselkennzeichen orientieren, können jedoch zumindest bei der Kfz-Steuer sparen – auch wenn dies nicht in erster Linie an den variablen Kennzeichen liegt. Denn Verkehrsminister Ramsauer will mit dem Wechselkennzeichen auch den bislang eher schleppenden Verkauf der Elektroautos ankurbeln. Wer sich beispielsweise einen zusätzlichen Stadtwagen mit alternativem Antrieb anschafft, könnte das Veto aus dem Finanzministerium bezüglich der Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen praktisch umgehen: Die Bundesregierung diskutiert derzeit eine Steuerbefreiung für Elektroautos. Dabei geht es auch darum, ob die Befreiung für zehn Jahre oder unbefristet gilt.

Auf die zu zahlenden Versicherungsbeiträge hat dies jedoch keinerlei Einfluss. Um hier wirklich sparen zu können, bleibt Verbrauchern aller Voraussicht nach lediglich eine Option: Die Tarife der Kfz Versicherung vergleichen. Mit einem Onlinevergleichsrechner lassen sich die Policen der vielen verschiedenen Versicherungsunternehmen schnell und einfach gegenüberstellen. Autofahrer erhalten so eine Hilfestellung und können sich leichter für die individuell passende Versicherung entscheiden.